Der Tradition alter Hoflieferanten folgend, haben wir in unserer Gärtnerei nicht nur die üblichen Standard-Citrus, sondern eine Vielzahl an Raritäten wie Tahitilimetten oder Buddhas Hand. Freilich sind auch wir noch auf der Suche nach einigen selteneren wie „Landsknechthosen“ oder „Ugli“, die wir vielleicht in einem der nächsten Jahre präsentieren können. Sie finden unser Sortiment - wenn Sie nicht die Zeit haben, selbst einmal durch unsere Gewächshäuser zu streifen - in unserem Shop unter den Buchstaben "C" (wie Citr...) und "F" (wie Fortunella).
Einige Dinge gibt in der Kultur von Citrus zu beachten, die wir Ihnen an dieser Stelle etwas näher bringen wollen: Wo stellen Sie Ihre Pflanze hin? Wie wird sie überwintert? Wie gedüngt? Was kann man falsch machen? Was ist beim Schnitt zu beachten, etc.

Licht:

Grundsätzlich gilt: alle Citrus-Arten wollen und brauchen viel Licht, sowohl im Freien als auch im Innenraum bzw. Winterquartier. Ist dies nicht der Fall, erkennen Sie dies am Neuaustrieb: Pflanzen mit Lichtmangel haben oft sogenannte Geiltriebe - sehr lange Triebe mit großen Abständen zwischen den einzelnen Blattpaaren. Auch blühen sie dann spärlich bis überhaupt nicht.

Vorsicht im Frühjahr! In der Regel können Sie Ihre Pflanze nach den letzten Spätfrösten ins Freie räumen. Zu beachten ist allerdings der fehlende Anteil an UV-Strahlen im Innenraum. Daher empfiehlt es sich, die Pflanze für ein bis zwei Wochen an einem schattigen oder halbschattigen, vornehmlich südlich orientierten Standort an die Außenbedingungen zu gewöhnen. Nach dieser Schonfrist vertragen Citrus die pralle Sonne einwandfrei.

Standort im Freien:

Sie sollten einen windgeschützten Platz wählen: Steht die Pflanze zu zugig, brechen die Neuaustriebe leicht ab oder trocknen ein. Im Freien reicht für alle Citrus-Arten auch ein halbschattiger Platz, in der Regel wird das Laub dann sogar schöner.

Schnitt:

Bei nicht geschnittenen Pflanzen sind die Triebe oft sehr lang und erst am Ende belaubt. Auch sitzen hier die Früchte meist am Ende der Zweige und führen zu Astbruch. Außerdem werfen sie sehr viel Schatten auf den Rest der Pflanze, was kleine Früchte zur Folge hat. Diese Triebe werden einfach vor Frühjahrsbeginn zurückgeschnitten. Sonst gilt: Die Pflanzen ruhig beherzt in Form schneiden. Einige Arten wie Zitronen zählen zu den starkwüchsigen Citrus-Arten, sie werden mehrmals im Jahr geschnitten. Andere wie Chinotto oder Calamondin müssen fast überhaupt nicht geschnitten werden. Aber keine Angst: die Pflanze zeigt es Ihnen schon!
Wasser und Dünger

Kurz und knapp: Das Substrat nicht vollständig austrocknen lassen und Staunässe vermeiden! Beim Gießen ist nach neusten Erkenntnissen darauf zu achten, den Calciumbedarf der Pflanzen zu decken, sprich einfach mit Leitungswasser gießen. Hieß es früher noch „Citrus hat gerne kalkarmes Wasser“, ist heute das Gegenteil bewiesen. Die Pflanze braucht viel Calcium (also Kalk), um optimal zu gedeihen!

Die meisten Kunden düngen mit handelsüblichen Citrusflüssigdüngern. In diesen ist allerdings aus technischen/chemischen Gründen kein Calcium enthalten. Das heißt im Klartext für Sie: der Calciumbedarf muss anderweitig abgedeckt werden. Das alleinige Gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser kann ausreichend sein. Wohnen Sie allerdings in Gebieten mit sehr weichem Leitungswasser, können Sie dem Dünger Kalk beimischen, beispielsweise Azet Vital-Kalk der Firma Neudorff, ein kohlensauerer Kalk, wie er auch im Leitungswasser enthalten ist. Andere Kalkdünger wären Kalksteinmehl, Kalkmergel, Algenkalk, Dolomit, oder - ein altes Hausmittel – Eierschalen.

Ein weiteres Problem bei Flüssigdüngern ist der viel zu hohe Phosphatanteil. Dieser ist meist der Packungsaufschrift zu entnehmen, er sollte laut MOLITOR ein Verhältnis N:P:K 1:0,1:0,8 aufweisen. Früher dachte man, dass die gefürchteten Eisenmangelchlorosen (dunkelgrüne Blattadern und gelbe Zwischenräume, vornehmlich an jungen Blättern) von zu viel Calcium verursacht werden. Heute weiß man, dass der zu hohe Phosphoranteil daran schuld ist! Citruspflanzen brauchen sehr wenig Phosphor, der überschüssige Anteil wird im Substrat bzw. an den Wurzeln gebunden. Das im Substrat enthaltene Phosphat geht mit dem ebenfalls dort vorhandenen Eisen eine schwer lösliche Verbindung ein (Eisenphosphat). Dies geschieht vor allem bei höheren pH-Werten. Durch diese Festlegung wird die Aufnahme von v.a. Eisen gehemmt und es kommt zu den bereits erwähnten Chlorosen. Dem kann allerdings leicht abgeholfen werden, indem der Erde einfach etwas roter Blähton (z.B. Seramis) beigemischt wird. Seramis macht zum einen das Substrat durchlässiger und durchlüftet es, zum anderen hat es den Vorteil, dass das darin enthaltene Eisen (ersichtlich durch die rote Farbe) das überschüssige Phosphor bindet und das frisch gedüngte Eisen somit pflanzenverfügbar bleibt.

Alternativ kann auch eine kleine Schwefelgabe die Eisenmangelchlorosen reduzieren. Schwefel senkt den pH-Wert. Eisen und Phosphate (auch Aluminium) sind bei niedrigen pH-Werten leichter pflanzenverfügbar, bei höheren pH-Werten verbinden sie sich zu Eisenphosphaten (s.o.). Durch die pH-senkende Wirkung kann somit das Entstehen der schwerlöslichen Eisenphosphate verhindert werden Das heisst dann aber nicht gleichzeitig, dass weniger Chlorosen auftreten, dagegen hilft vor allem das Beimischen von Blähton.

Sie denken sich nun bestimmt: Ich habe soeben gelernt, meine Citruspflanze braucht Calcium. Dieses kann ich ihr durch Kalkgaben zuführen. So weit, so gut. Nur, erhöhe ich nicht durch die Kalkgabe automatisch den pH-Wert und fördere gleichzeitig die Festlegung des Eisens? Ja! Aber eben deshalb die Schwefelgabe, sie senkt den pH-Wert wieder, wirkt also der Festlegung entgegen und das Calcium wird trotzdem von der Pflanze aufgenommen.

Sie sehen also, die Citrusdüngung ist ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Quintessenz ist: Calciumbedarf durch Kalkung decken, der pH-Werterhöhung aber gleichzeitig mit Schwefel entgegenwirken, phosphorarme Dünger verwenden und schließlich nicht vergessen den Blähton beizumischen, um die Festlegung des Eisens zu verhindern!

Da Citruspflanzen immergrün sind, wachsen sie natürlich im Winter weiter und brauchen auch zu dieser Jahreszeit Düngergaben. Im Sommerhalbjahr mindestens einmal wöchentlich, im Winter einmal pro Monat. Anstelle von Flüssigdüngern kann man auch Langzeitdünger verwenden (z.B. Basacote 12 M Pluss, bei uns erhältlich). Diese haben den Vorteil, dass eine Überdosierung nahezu unmöglich ist, da sie nur mit Wasser und Temperatur reagieren und die Pflanze nur die Nährstoffmenge bekommt, die sie tatsächlich braucht.

Unser gekörnter Dauerdünger wirkt über 12 Monate hinweg (Basacote, 12 M Pluss), zu bestellen über den Shop oder per Telefon. Er enthält neben den Hauptnährstoffen alle wichtigen Spurenelemente in einer ausgewogenen Formulierung.

Da Citruspflanzen immergrün sind, wachsen sie natürlich im Winter weiter und brauchen auch zu dieser Jahreszeit Düngergaben. Im Sommerhalbjahr mindestens einmal wöchentlich, im Winter einmal pro Monat. Anstelle von Flüssigdüngern kann man auch Langzeitdünger verwenden (z.B. Basacote 12 M Pluss, bei uns erhältlich). Diese haben den Vorteil, dass eine Überdosierung nahezu unmöglich ist, da sie nur mit Wasser und Temperatur reagieren und die Pflanze nur die Nährstoffmenge bekommt, die sie tatsächlich braucht.



Überwinterung:

Eiskalt: Poncirus trifoliata ist bei uns ausgepflanzt winterhart bis ca. -25 °C; im Kübel: hell und kalt überwintern (Temperaturminimum dann 0 -10 °C)

Hell und kühl (Temperaturminimum ca. 5-10 °C): Citrus limon, C. sinensis, C. reticulata, C. myrtifolia x reticulata, C. aurantium, C. hystrix

Sehr hell und wärmer (Temperaturminimum ca. 12-18°C): Citrofortunella microcarpa, Citrus aurantiifolia, C. limetta, C. medica, C. latifolia, Citrus grandis. Bei ausreichend Durchlüftung und Licht auch Überwinterung als Zimmerpflanze möglich!

Hier können Sie eine pdf-Datei "Citrus Sortenbeschreibungen" öffnen.