Wer oder was ist die Mediterranean Garden Society? Eine ganz gemischte Gruppe auf non-profit-Basis: Besitzer von Ferienhäusern im Süden, Pflanzenliebhaber, Gärtner, Landschaftsarchitekten, Botaniker etc. Die Spannweite reicht von einer englischen Lady mit Landhaus auf einer mediterranen Insel oder einer Mitarbeiterin von Kew Gardens über den israelischen Landschaftsarchitekten bis zum Herausgeber einer kalifornischen Fachzeitschrift. Alle vereint das Interesse an mediterranen Pflanzen und Gärten mit allen Freuden und Leiden, die daran hängen.
Clip, clip, clip – getreu dem alten Spruch: Engländer PFLANZEN ihre Gärten, Deutsche BAUEN ihre Gärten und Spanier (etc.) SCHNEIDEN ihre Gärten. Im Bild ein formvollendet gestalteter Privatgarten nähe Athen.
Ursprünglich in Griechenland gegründet, ist die Gesellschaft in Griechenland eingetragen. Dort wird auch ein Schau- und Testgarten in der Nähe Athens, in Sparoza, unterhalten. Gleichwohl ist sie international „unterwegs“, es gibt Branches in aller Herren Länder, beispielsweise Australien oder Kalifornien. Unabdingbar sind Englisch-Kenntnisse, es sei denn, man verkehrt ausschließlich im Deutschsprachigen Zweig.
Was bringt nun eine Mitgliedschaft: Neben dem Schaugarten in Sparoza ist es vor allem das vierteljährlich erscheinende Magazin „The Mediterranean Garden“ mit einer erstaunlichen Bandbreite von Artikeln – vom Erfahrungsbericht beim Bau eines neuen Gartens in Griechenland über die Probleme mit hohem pH-Wert im Boden bis hin zu Wasserspar-Tricks. Und natürlich Pflanzenwissen, Pflanzenwissen, Pflanzenwissen.
Mediterrane Gärten müssen jedoch nicht immer klassisch sein – hier zwei Beispiele moderner Gartenarchitektur aus Kalifornien. Skulptur aus Cortenstahl, umgeben von einer Komposition aus Phormium und kriechenden Grevillea-Arten.
Für mich ein magischer Anziehungspunkt: Die jährliche Mitgliederversammlung, die umrundet ist von vier Tagen voller Exkursionen – Gartenbesuche, Vorträge, Institutsbesichtigungen. Darüberhinaus gibt es Mitglieder, die zusätzlich kleinere Exkursionen organisieren, letzten September ging es beispielsweise in den Golf von Sorrent, kommenden März nach Israel. Viele der Länderzweige halten außerdem ein- bis mehrtägige inländische Veranstaltungen ab, der UK-Branch besucht beispielsweise Gärten von Prinz Charles.
Eine Lektion in Pflanzenkunde: Trockenheitsverträgliche Pflanzen im Preservation Park of Flora and Fauna auf Kreta. Vorträge ergänzten den Rundgang. Dieser Park erhielt 2010 die jährliche Schenkung der mgs.
Im Focus steht vor allem das wassersparende Gärtnern: Die Abkehr vom guten alten britischen Rasen, hin zu einer klugen Pflanzenauswahl. Trockenheitsverträgliche Pflanzen stehen also hoch im Kurs, sie werden vorstellt, gesichtet und bewertet. Einesteils werden Gärten propagiert, die gänzlich ohne Bewässerung auskommen – ein Kunststück in Klimaten, in denen lange heiße Sommermonate ohne jeglichen Tropfen Regen vergehen können.
Auf der anderen Seite werden wassersparende Bewässerungsmethoden, hier vor allem die Tröpfchenbewässerung, diskutiert. Beides Punkte, die auch in unseren Breiten zunehmend Bedeutung gewinnen.
Der Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten und Hobbygärtnern ist es, der beide Seiten profitieren lässt.
Rechts ein Blick in den alten Klostergarten von Agia Triada. Glanzpunkt war ein vierfach veredelter Citrusbaum, der seit etwa 100 Jahren dort gedeiht.
Immer Thema in der Mediterranean Garden Society: Pflanzenkrankheiten. Großes Sorgenkind ist momentan der Red Beetle, ein Käfer, dessen Larven die Herzen der Fächerpalmen zerstören. Die Palmen sind meist unrettbar verloren. Weite Teile der Gärten und Anlagen im Süden drohen so ihr Gesicht zu verlieren! Aufnahme im Kloster Agios Triada auf Kreta.
Viele Besitzer von Ferienhäusern in mediterranen Ländern haben ähnliche Fragen: Wer versorgt den Garten während der Abwesenheit? Können deutsche Gartenideen 1:1 auf südliche Länder übertragen werden? Welche Pflanzen passen zum Klima? Wie umgehen mit kargen mediterranen Böden mit teilweise hohem pH-Wert? Und vor allem anderen: Wie geht man verantwortlich mit dem kostbaren Gut Wasser um?
Maria Sansoni(-Köchel) ist Ansprechpartner für die Mitglieder der Mediterranean Garden Society, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz wohnen. Ihr Wunsch: Verknüpfungen schaffen (manchmal wohnen Gleichgesinnte nicht weit entfernt vom eigenen Domizil) und Informationen in Form von Newslettern liefern. Außerdem ist Maria Sansoni(-Köchel) jederzeit für Fragen offen.
Ganz wichtig: Die Homepage mit vielen Informationen, auch zu den lokalen Branches und einem „Fragekasten“: www.mediterraneangardensociety.org
Aus dem ersten Newsletter der Deutschen Branch - hier als pdf: [ Link Datei Nr. 1 ]