Wasser ist eine wertvolle natürliche Ressource, die wahrscheinlich immer knapper und kostbarer wird, wenn der Klimawandel einigen Teilen der Erde trockenere und heißere Sommer bringt. Darüber hinaus steigt der Bedarf rund um das Mittelmeer durch wachsende Bevölkerung, höheren Lebensstandard (Pools, Spülmaschinen etc.) und immer mehr Touristen, vor allem in den trockenen Sommermonaten. In einigen Gebieten wird die Gartenbewässerung schon stark reglementiert.

Brunnenbohrungen ergeben zwar oft ausreichend Wasser und scheinen eine einfache Antwort zu sein – jedoch sammelte sich dieses Grundwasser oft in Tausenden von Jahren und ist nicht unendlich. In manchen Küstenregionen wurde so viel Grundwasser gefördert, dass salzhaltiges Seewasser nachfloss und zu irreversibler Versalzung führte. So sollten alle Gartenbesitzer in mediterranen Gegenden zunehmend zu Wasssersparern werden – ob sie ihr Wasser nun aus der öffentlichen Wasserversorgung oder aus Brunnen beziehen.

In einem wasserklugen Garten zählt jeder Tropfen Wasser. Das schließt Bewässerungs- und Gartentechniken ein, die den Wasserverbrauch reduzieren. Vor allem jedoch werden Pflanzen mediterraner Klimate gewählt, die wenig Durst haben.

Wie kann ich den Wasserverbrauch reduzieren?
  • Werden Sie Ihren Rasen los! Rasen ist der größte Säufer in Ihrem Garten. Es wurde ausgerechnet, dass man in mediterranen Gegenden für einen üppig grünen Rasen jeden Sommer etwa 1000 Liter Wasser je Quadratmeter braucht! Rasen kann ersetzt werden durch Platten oder Riesel – beides passt zum mediterranen Look. Und hat den Vorteil, eine trockene Sitzfläche in den Wintermonaten zu bieten. Eine andere Rasenalternative wäre die Blumenwiese, von Herbst bis Frühjahr voll leuchtender Blüten einjähriger Arten. Sie ziehen dann ein und halten Sommerschlaf. Rasen kann auch durch flach wachsende Bodendecker ersetzt werden wie Dichondra repens, Phyla nodiflora oder einige Achillea-Arten; bedenken Sie jedoch, dass diese etwas Wasser brauchen. Außerdem halten sie nicht allzu viel Tritte aus und sind im Hochsommer nicht immer in Topform. Wenn Sie einfach nicht auf Rasen verzichten können, versuchen Sie zumindest, dessen Fläche so klein wie möglich zu halten.
  • Wählen Sie heimische Pflanzen – aus Ihrer Gegend oder einer entsprechenden mediterranen Zone der Welt. Diese Arten können lange heiße und trockene Sommer ohne Wasser überstehen, beispielsweise Zistrosen, Rosmarin, verschiedene Salbei-Arten, Lavendel oder Teucrium. Sie haben eine große Auswahl, denn es gibt viele Tausende dieser Arten: Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen, Kleingehölze, Zwiebeln, Winter- oder Frühjahrsblühende Einjährige und so manche Staude.
  • Gruppieren Sie die Pflanzen in Ihrem Garten entsprechend ihrem Wasserbedarf. Es macht keinen Sinn, eine extrem durstige Pflanze neben einen Trockenkünstler zu setzen und dann beide gleich zu bewässern.
  • Ziehen Sie durstige Pflanzen im Topf, am besten in Hausnähe. Wenn Sie Grauwasser verwenden, kann es direkt zu einem Beet in Hausnähe geleitet werden, das voller farbenprächtiger Sommerblumen sein kann.
  • Eine Mulchschicht aus etwa 10 cm Schotter oder Riesel auf den Beeten verringert Wasserverluste durch Verdunstung. Und das Unkrautwachstum. Bewässerte Gartenteile wie der Gemüsegarten können mit organischem Material (gehäckselte Gartenabfälle oder anderes) gemulcht werden, die Schicht sollte dann 20cm dick sein. Letzteres ist nicht sinnvoll für trockentolerante Arten wie Rosmarin.
  • Lernen Sie, Ihren Garten so zu bewässern, dass jeder Tropfen Wasser die Pflanzenwurzeln erreicht.
Wie gieße ich ohne Wasserverluste?
  • Ob Sie mit automatischer Tröpfchenbewässerung oder mit der Gießkanne gießen: Lieber seltener, dafür aber mehr Wasser geben! Bei geringen und gleichzeitig häufigen Wassergaben entwickeln die Pflanzen nur ein sehr oberflächliches Wurzelsystem. Seltene, durchdringende Wassergaben hingegen dringen in größere Tiefen vor, was die Pflanzen ermutigt, tiefgehende Wurzeln zu bilden. Damit können sie Trockenzeiten besser überstehen.
  • Gießen Sie frühmorgens oder am Abend, um Verluste durch Verdunstung zu vermindern.
  • Bei automatischen Bewässerungssystemen sorgen Sie für Auslässe bei jeder Pflanze. Meiden Sie Beregnungen – hier wären die Wasserverluste durch Verdunstung in der Luft oder auf dem Laub deutlich höher.
  • Bilden Sie einen Gießrand rund um jede Pflanze (oder Pflanzengruppe), etwa 20cm tief und waagerecht. Füllen Sie diesen Gießrand randvoll mit Wasser und lassen Sie das Wasser langsam einsickern. Wenn Sie automatische Tröpfchenbewässerungen nutzen, füllen Sie den Gießrand das erste Mal mit der Gießkanne randvoll auf – so können Sie den Wasserverbrauch abschätzen und die Bewässerungszeit entsprechend einstellen.
  • Seien Sie nicht versucht, Ihren Pflanzen eine kleine Erfrischung mit der Gießkanne zu gönnen. Das ist Wasserverschwendung und ohne jeden Nutzen für die Pflanze: Pflanzen brauchen das Wasser tief im Boden im Wurzelbereich, nicht auf ihren Blättern!
  • Pflanzen Sie immer im Herbst, so dass neue Pflanzen in den Winterregen hinein wachsen können. Lassen Sie sich durch farbenprächtige Angebote in Gartencentern nicht verführen, die Pflanzen im Frühling oder Sommer zu kaufen!
Wie oft soll ich bewässern?

Das hängt von Ihren Pflanzen ab und wie stark sie schon eingewachsen sind. Auch spielt die Bodenart, der Wind und der Pflanzort (Schatten- oder Sonnenseite) eine Rolle.

Während der ersten ein bis zwei Sommer, bevor die Pflanzen ein ausreichend tiefes Wurzelsystem entwickelt und sich an den neuen Boden und Standort gewöhnt haben, brauchen junge Pflanzen regelmäßige Wassergaben (wie oben beschrieben). Um das Wurzelwachstum zu fördern, dehnen Sie die Abstände zwischen den einzelnen Wassergaben soweit aus, dass die Pflanzen kurz vor dem Welken stehen.

Einmal etabliert, brauchen Trockenkünstler wie Mastixstrauch, Phlomis, Zistrosen, Lavendel und viele Salvien den ganzen Sommer über keinerlei Wasser. Andere werden Wassergaben genießen, in möglichst weiten Abständen, beispielsweise einmal monatlich.

Kübelpflanzen und die meisten Gemüsearten hingegen brauchen im Sommer oft jeden oder jeden zweiten Tag Wasser.