Warum soll man einen trockenverträglichen Garten anlegen?

Wasser ist ein kostbares Naturgut, von dem es vermutlich immer weniger geben wird (und das daher auch teurer sein wird) sobald der Klimawandel immer trockenere Sommer und höhere Temperaturen in einigen Teilen der Welt verursacht. Und natürlich auch, weil ein trockenverträglicher Garten zur mediterranen Landschaft passt und während des ganzen Jahres gut aussieht.

Welche Pflanzen kann man in einem trockenverträglichen Garten setzen?

Bäume, Sträucher, darunter viele Kletterpflanzen, Büsche (davon viele aromatische Pflanzen) Blumenzwiebeln, einjährige Winter- und Frühjahrsblüher, und etliche mehrjährige Kräuter. Es gibt Tausende von Pflanzen aus den Zonen der Welt mit Mittelmeerklima, die an trockene Sommer gewöhnt sind. Dazu kommen aber auch zahlreiche andere Pflanzen aus Regionen mit einer deutlichen Trockenperiode.

Was soll man nicht pflanzen?

Rasen, und Pflanzen aus Zonen mit gemäßigtem Klima, die ohne Bewässerung im Sommer eingehen würden. Aber denken Sie auch an den Winter in Ihrer Region. Einige Pflanzen, die ideal für trockene Sommer sind, können nur wenig Frost ertragen, andere wieder sind durchaus dazu imstande.

Wie können mediterrane Pflanzen ohne Wasser im Sommer überleben?

Abgesehen von Zwiebelpflanzen und einjährigen Frühjahrsblühern, die sich nach der Blüte in den Boden zurückziehen (Zwiebelpflanzen) oder sich aussähen und absterben (einjährige Pflanzen) sobald die Sommerhitze einsetzt, können die meisten der mediterranen Pflanzen den heißen Sommer deshalb ertragen, weil ihr Wachstum im Herbst, Winter und Frühling stattfindet, während der Zeit des natürlichen Regenfalls. Im Sommer stellen sie ihr Wachstum ein. Viele haben lederartige, glänzende, behaarte oder silbergraue Blätter, mit deren Hilfe die Verdunstung über die Blätter vermindert wird. Durch die Vielfalt der Blattformen und Pflanzstrukturen sind mediterrane Pflanzen auch dann interessant wenn sie nicht in Blüte stehen.

Was geschieht, wenn ich sie doch bewässere?

Etliche Trockenklima-Pflanzen sterben schnell ab, wenn sie im Sommer bewässert werden. Andere überleben - aber weniger lang, als wenn man ihnen kein Wasser gegeben hätte. Andere wieder können bei Bewässern ohne Schaden überleben.

Also gar kein Wasser?

Sobald sie sich einmal eingewöhnt haben, brauchen viele Trockenklima-Pflanzen tatsächlich kein Wasser im Sommer. Bei anderen wieder ist es gut, wenn sie in Abständen, etwa einmal im Monat, ausgiebig bewässert werden. Auf jeden Fall brauchen neu eingesetzte Pflanzen im ersten oder zweiten Sommer, bevor sie sich eingewöhnt haben, (also ein gutes Wurzelsystem entwickelt und sich an die neue Erde und die neue Lage gewöhnt haben) alle zwei oder drei Wochen eine tiefe,
ausgiebige Bewässerung.

Was ist ausgiebige Bewässerung?

Viel Wasser, aber selten, ist weit besser als wenig Wasser, und oft. Denn durch häufiges Giessen mit kleinen Wassermengen genügt es den Pflanzen, ihre Wurzeln an der Bodenoberfläche zu entwickeln. Dagegen lässt ausgiebiges Bewässern in großen Abständen die Feuchtigkeit tief in den Boden eindringen und bringt die Pflanzen dazu, ihre Wurzeln tief ins Erdreich zu versenken, und dadurch besser Trockenperioden zu überstehen. Die beste Methode für ausgiebiges

Bewässern ist folgende: man macht beim Einsetzen ein großes, 20 Zentimeter tiefes Pflanzloch rund um die Pflanze (oder eine Gruppe von kleineren Pflanzen) und füllt dieses Becken bis oben mit Wasser, das dann langsam tief in den Boden versickert.

Sommerliche laubabwerfende Pflanzen: entlaubt, nicht abgestorben. Einige mediterrane Pflanzen haben im Sommer ihre Ruhezeit und verlieren ihre Blätter wenn sie kein Wasser bekommen. Dazu gehören die Medicago arborea, und Teucrium fruticans. Diese Pflanzen sehen zwar abgestorben aus, sind es aber nicht: kaum fällt der erste Herbstregen kommen auch wieder neue Blätter. Wenn Sie einen trockentoleranten Garten planen, sollten sie derartige Pflanzen daher besser im Hintergrund pflanzen.

Einige Ratschläge:
  • Man sollte immer im Herbst pflanzen, da auf diese Weise den Pflanzen in ihrer ersten Wachstumsperiode die Vorteile der winterlichen Regenfälle zu Gute kommen.
  • Beim Kauf von Pflanzen sollte man kleine und gedrungene Exemplare der gewünschten Pflanzen wählen, und lieber nicht der Verführung erliegen, große und in voller Blüte stehende Pflanzen zu kaufen. Kleine Pflanzen gewöhnen sich leichter und schneller ein, und haben in ein paar Jahren alle diejenigen großen Exemplare überholt, denen Sie nicht widerstehen konnten!
  • Trockenklimapflanzen hassen winterliche Nässe. Und brauchen daher gut durchlässigen Boden. Um das zu erreichen, sollte der Boden vor dem Pflanzen gut durchgearbeitet werden. Bei schwerem Boden soll großzügig Kies eingearbeitet werden.
Vermeiden von Verdunstung

Um dem Feuchtigkeitsverlust der Erdoberfläche vorzubeugen, sollte man den Boden mit einer dicken (mindestens 10 cm) Schicht von Mulch bedecken. Der kann entweder organisch sein (etwa gehäckselter Gartenabfall) oder mineralisch (Kies oder Kiesel). Mineralischer Mulch hat den Vorteil der guten Wasserdurchlässigkeit, und ist daher besonders gut für Pflanzen geeignet ist, die zu viel Winternässe hassen - viele Pflanzen, deren natürliches Habitat die steinigen Böden mediterraner Abhänge sind, werden besonders dankbar für Kiesmulch sein. Während des ersten Jahres soll jedoch das Pflanzbecken frei von Mulch sein.