1. Mulch
Was ist Mulch?
Mulch ist eine dicke Lage verschiedenster Materialien – organisch oder mineralisch –, die über den Boden rund um die Pflanzen verteilt wird.
Warum mulchen?
Mulchen verringert die Verdunstung und hilft so, kostbares Wasser zu sparen. Es gleicht die Bodentemperatur aus – im Sommer kühler und im Winter wärmer. Ungemulchter Boden, der von der Sonne ausgetrocknet ist, kann bei Starkregen kein Wasser aufnehmen. Und: Mulch reduziert das Unkrautwachstum.
Was ist organischer Mulch?
Gehäckselte Gartenabfälle und Schnittgut, Rinde, Kakaobohnenschalen, Hanf- und Baumwollabfälle, Weintrester und fast alles andere Material organischen Ursprungs. Manche wie Rindenmulch sind käuflich erhältlich, andere werden im Garten selbst gewonnen. In manchen Gemeinden gibt es auch gehäckseltes Schnittgut. Im Laufe ihres Abbaues durch Mikroorganismen verbessert organischer Mulch die Bodenstruktur entscheidend.
Was ist mineralischer Mulch?
Kies, Schotter, gröbere Steine oder geotextiles Vlies. Mineralischer Mulch verbessert die Drainage, außerdem bilden sich unter den Kronen keine Wasserpfützen – und es verhindert den Unkrautaufwuchs.
Welche Art von Mulch sollte ich in mediterranem Klima verwenden?
Das hängt davon ab, welche Art von Pflanzen Sie kultivieren wollen. In mediterranen Gärten ist vor allem mineralischer Mulch zu empfehlen. Denken Sie daran, dass viele trockenheitsliebende Arten feuchte Umgebung hassen. In ihrer natürlichen Umgebung wachsen mediterrane Pflanzen wie Rosmarin, Lavendel oder Zistrosen in armem, steinigem Boden; Sie brauchen daher auch keine zusätzlichen Nährstoffe, wie sie organischer Mulch beim Abbau liefern würde. Im Gegenteil: Zu fetter Boden fördert weiches Blattwerk auf Kosten der Wurzeln, verkürzt das Leben der Pflanzen und macht sie weniger trockenheitsverträglich. Mediterrane Pflanzen mögen keine Feuchte im Bereich des Wurzelhalses, so wie sie durch organischen Mulch entstünden. Steinigen Mulch hingegen lieben sie.
Organischer Mulch ist am besten für Arten, die fetten Boden mögen ebenso wie für regelmäßig bewässerte Gartenbereiche, beispielsweise den Gemüsegarten.
Die beste Faustregel: Beobachten, wie die Pflanzen in der Wildnis wachsen und dies so gut es geht im Garten nachahmen.
Wie dick soll ich den Mulch aufbringen?
Anorganischer Mulch sollte für optimale Feuchte etwa 10cm dick aufgetragen werden, wenngleich bereits die Hälfte für deutliche Unkrautunterdrückung ausreicht.
Organischer Mulch sollte, wenn möglich, anfangs ca. 20cm dick aufgetragen werden.
Beide Arten von Mulch setzen sich zu einem gewissen Grade, die ursprüngliche Dicke verringert sich. Vor allem organischer Mulch zersetzt sich langsam zu Erde, so dass er in einer dickeren Schicht aufgebracht werden sollte.
Soll geotextiles Vlies die Verdunstung des Bodens reduzieren und das Unkraut unterdrücken, sollte es aus ästhetischen Gründen mit Mulch abgedeckt werden. Diese Schicht darf dann deutlich dünner sein, sie dient ja nur zur Kaschierung des Vlieses.
Wann soll ich Mulch aufbringen?
Wenn Sie Ihren Garten das erste Mal bepflanzen – und ansonsten jederzeit. Ergänzen Sie einfach die Mulchschicht, wenn sie zu dünn wird.
Was sollte ich vermeiden?
- Bedecken Sie kleine Pflanzen nicht versehentlich mit Mulch, sie würden durch Lichtmangel und zu große Hitze eingehen.
- Wenn Sie beim Pflanzen Gießränder angelegt haben, halten Sie diese während der ersten ein oder zwei Jahre frei von Mulch.
- Vorsicht bei frischem Sägemehl: Kommerziell produziertes Holz ist oft mit giftigen Holzschutzmitteln behandelt.
2. KOMPOST
Was ist Kompost?
Kompost ist ein natürliches organisches Düngemittel, welches Nährstoffe liefert und die Bodenstruktur verbessert. Es entsteht durch natürliches Recycling - durch Kompostierung von organischen Abfällen aus Küche und Garten.
Woraus kann ich Kompost machen?
Trockenes Laub, Verblühtes, Samenunkräuter, gehäckseltes Schnittgut aus dem Garten und Rasenschnitt – falls Sie nicht auf Rasen generell verzichten! Ebenso Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz, Teeblätter oder Asche. Papier und Kartonagen können ebenso kompostiert werden, in mediterranem Klima sollten sie nach dem Verkleinern angefeuchtet werden. „Braunes Material“ (gehäckselte Äste) und „Grünes Material“ (z.B. Gemüseabfälle oder Rasenschnitt) sollten gleichmäßig beigemischt werden.
Was darf nicht auf den Kompost?
Gekochte Essensreste, die Fleisch, Fett oder Öl enthalten sowie die Exkremente von Haustieren.
Gelingt die Kompostierung in heißem, trockenem Klima?
Ja, wenngleich Sie nicht vergessen dürfen, den Kompost über den Sommer hinweg feucht zu halten. Geschickt ist es, ihn abzudecken, um die Feuchtigkeit im Sommer zu erhalten und vor Auswaschung im Winter zu schützen. Gut geeignet sind dafür Planen, eine dicke Schicht feuchte Zeitungen oder ein alter Teppich.
Wo lege ich den Komposthaufen an?
Kompost kann gut in drainierten, etwa 1m tiefen Gruben gemacht werden, in Holz-Boxen mit mindestens einem Quadratmeter oder in einem der vielen Fertigkomposter. In jedem Falle sollte die Front einfach abzubauen ein. Zum einen, um das regelmäßige Wenden des Kompostes zu ermöglichen, zum anderen um den fertigen Kompost leichter heraus nehmen zu können.
Bitte nicht in einer Betonwanne kompostieren: Zum einen verhindert dies guten Wasserablauf, zum anderen haben die hilfreichen Regenwürmer und Bodenorganismen keinen Zutritt.
Während in gemäßigten Klimaten Komposter ausreichende Belüftung durch Luftlöcher oder Spalten haben, trocknet in mediterranen Klimazonen dadurch der Kompost zu sehr aus. In heißen, trockenen Sommern ist es eine gute Idee, die Außenhülle der Komposter mit Karton oder dicken Schichten Zeitungspapier zu bedecken, um die Verdunstung zu vermindern und gleichzeitig die nötige Hitze zur Zersetzung zu haben.
Ratsam sind zwei Kompoststellen – in eine kommt das neue Material, in der anderen reift die reiche, krümelige, braune, geruchsfreie Erde.
Fliegen und Maden
- Wandern Küchenabfälle auf dem Kompost, sollten sie mit einer Lage gehäckseltem Grüngut oder Unkraut abgedeckt werden.
- In Mittelmeerländern nisten sich häufig Larven des Rosenkäfers im Kompost ein – dicke, unappetitliche hellrosa Maden. Diese schädigen Pflanzen, indem sie Wurzeln fressen. Sie sollten entfernt und zerstört werden, bevor der Kompost verwendet wird. Die Zugabe von reichlich Holzasche zum Grüngut scheint einem Befall vorzubeugen.
Für eine richtige Kompostierung braucht Kompost:
- Sauerstoff: Der reifende Kompost wird ca. einmal im Monat mit einer Mistgabel belüftet. Einige käufliche Komposter sind an einer Achse aufgehängt und können bewegt werden, um die Belüftung zu verbessern.
- Wasser: In heißen trockenen Sommern muss der Kompost feucht gehalten werden (feucht, nicht nass!). Wird der Kompost in einer Grube angesetzt, muss gleichwohl für ausreichenden Wasserablauf gesorgt werden.
- Stickstoff: Stickstoff ist im Kompostiergut enthalten. Es kann aber auch ein bisschen verrotteter Mist beigegeben werden, um den Rottevorgang anzukurbeln. Harnstoff (Urin!) ist also eine gute Stickstoffquelle – leichter für Männer als für Frauen!
- Kompostbeschleuniger: Die Blätter von Brennnesseln, Löwenzahn, Boretsch, Beinwell und Algen oder die Sickersäfte, die beim Einweichen dieser Blätter in einem Eimer entstehen, ergeben gute Rottebeschleuniger. Außerdem gibt es Kompoststarter auch in Gartencentern.
Wie lange dauert es?
Rund drei Monate bei optimalem Materialmix, monatlichem Wenden und ausreichender Feuchte. Bei richtigem Materialmix, jedoch ohne Wenden dauert es zwischen 6 und 12 Monate. Bei schlechtem Materialmix und ohne Wenden kann es noch länger dauern. Je feiner das Material gehäckselt und je besser gemixt ist, desto schneller verläuft die Kompostierung.