Selten gab es einen blöderen Trivialnamen als ´Flanellstrauch´, verbindet man damit doch kuschelige Weiche. Die Blätter von Fremontodendron sind hingegen so kratzig behaart, dass sich mein ältester Sohn schon als Kind weigerte, beim Abladen dieser Partien zu helfen: „Alles, Mama, nur nicht die!“
Während diese Art in Kultur kaum über 2,5 m hoch wird, findet man am Naturstandort Kalifornien auch baumartige, bis 6 m hohe Exemplare. Aus der Kreuzung mit F. mexicanum sind einige sehr schöne Sorten entstanden. ´Californian Glory´ ist frosthärter und stärker wachsend als beide Eltern, ihre zitronengelben Blüten sind außen rötlich. ´San Gabriel´ ähnelt ihr, hat aber ganz stark eingeschnittenes, an geschlitzte Ahorne erinnerndes Laub. ´Ken Taylor´ ist eine Zwergsorte mit orangegelben Blüten. ´Pacific Sunset´ ist heller gelb mit spitz auslaufenden Zipfeln.
Standort und Verwendung: Fremontodendron gedeiht nur in der vollen Sonne.
Der Boden muss gut drainiert sein – auf gar keinen Fall Übertöpfe ohne Loch verwenden. Man sollte sie öfter entspitzen und gelegentlich schneiden, um sie in Form zu halten.
Überwinterung: Diese ziemlich seltene Pflanze übersteht erhebliche Fröste schadlos, was sie besonders für wenig geheizte Wintergärten interessant macht. -8°C sind verbürgt, vermutlich verträgt sie noch deutlich tiefere Temperaturen.
Stärken: Neben der umwerfenden Blüte die Hitze- und Kältetoleranz.
Schwächen: Die Achillesferse von Fremontodendron ist eindeutig der Wurzelbereich: Ist er zu nass oder – wie die Kalifornier berichten – auch zu heiß, geht die Pflanze in Windeseile ein. Während sommerlicher Regenperioden sollte Fremontodendron deshalb unter einem Vordach gezogen werden. Hilfreich ist auch ein Gefäß aus Ton. Und wenn es doch Plastik sein soll, bitte nicht schwarz und Vorsicht beim Gießen.
Mein Rat: Es ist sinnvoll, respektvollen Abstand zu wahren und Fremontodendron wegen der Härchen nicht zu nahe am Wegesrand aufzustellen.